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Hilfestellung für Partner / Innen
Oft sind Partner Überlebender, aber auch die Überlebenden selber, recht hilflos. Auch die Überlebenden selber wissen oft nicht recht, was sie eigentlich bräuchten oder was ihnen gut täte. Immerhin haben sich Überlebende nicht dazu entschieden so zu handeln wie sie handeln, sondern sie sind zu dem gemacht worden was sie sind. Ihre Probleme haben sie sich nicht aus freien Stücken ausgesucht und die Angst, die Scham und die Unwissenheit darüber dass sie selber Bedürfnisse haben dürfen, sitzt verdammt tief.

Oft haben die Betroffenen ihre Geschichte verdrängt, leiden unter Esstörungen, Depressionen, Alpträumen, Panikattacken und/oder anderen psychosomatischen Krankheiten und wissen selber oft nicht recht warum. Sie würden gerne funktionieren wie alle anderen auch und stolpern doch immer wieder über ihre eigene Geschichte.

Was dir immer klar sein sollte im Umgang mit Überlebenden ist, dass du nicht umhin kommst dich mit deinen eigenen Verletzungen und Problemen auseinanderzusetzen wenn du ihr beim Heilen helfen willst. Wenn sie/er alleine an sich arbeitet und du stillstehst, wirst du sie/ihn auf Dauer verlieren.

1 Der erste und für ein zusammenleben mit einer/em Betroffenen/r wichtigste Punkt ist das man die Verhaltensweisen egal wie hart oder unerwartet sie sind, nicht persönlich nehmen darf. Alle Reaktionen und Verhaltensmuster die du erleben wirst haben ihren Ursprung in der Vergangenheit und eigentlich überhaupt nichts mit dir persönlich zu tun.

2 Du musst unbedingt deine EIGENEN Grenzen und Bedürfnisse so gut es geht verwirklichen. Es wird aber nur im Rahmen dessen möglich sein was dein/e Partner/in ohne sich zu zwingen leben kann. Wenn du eine Standartbeziehung wünscht und brauchst kannst du dir und deinem Partner/in eigentlich nur einen Gefallen tun. Brich die Beziehung sofort ab.

3 Panikattacken, Alpträume, Angstzustände usw. ernst nehmen, weder herunterspielen noch schlimmer machen als sie sonst schon sind.

4 Wenn er/sie sich bedankt, nimm es als das was es ist, ein Danke dafür dass du wenigstens nichts falsch gemacht hast. Für dich ist das

vielleicht nichts, oder nicht erwähnenswert, aber für sie/er ist es oft das erste Mal. Sich dafür zu bedanken kann ein tiefes Bedürfniss sein dass du mit einem (blöden): "Ach das war doch nicht der rede wert!" kaputt machst.

5 Auch über deine Probleme, Sorgen reden wenn sie für dich auch im Moment nicht so gross sind. Niemand macht sich gerne "schlecht" vor Menschen die keine eigenen Probleme haben. Sprich mit ihr über deine Ängste, Verletzungen Schamgefühle. So machst du es ihr leichter über ihre zu reden.

6 Es gibt überhaupt nichts was wichtig genug wäre um nicht verschoben zu werden wenn eine Nacht voller Panikattaken hinter ihr/ihm liegt. Wie wäre es mal mit selber Staubsaugen, Einkaufen usw.? Als Partner bekommst du auch keinen krummen Rücken wenn das mal über Wochen so ist.

7 Versuche sie zu verstehen. Wenn du nicht selber betroffen bist wird dir das schwer fallen, aber je mehr du zuhörst, um so mehr wird dir klar werden.

8 Zuhören heisst nicht Löcher in den Bauch fragen. Sei einfach da wenn sie/er reden will, und habe Geduld wenns halt einmal nicht geht.

9 Ihre Bedürfnisse nicht ignorieren.

10 Deine Bdürfnisse äussern, aber ohne Vorwürfe wenn die dann nicht erfüllt werden können.

11 Fragen was sie/er braucht um weiterzukommen, um sich zu beruhigen. Oft ist eine Hand auf den Tisch legen damit sie/er sich ergreiffen kann wenn sie/er sie braucht mehr als tausend Worte oder grosse Taten. Vielleicht kann er/sie aber auch überhaupt nicht formulieren was nötig wäre, aber mit ein bisschen Übung werdet ihr das richtige schon finden.

12 Geduld wirst du sehr viel brauchen. Heilung ist möglich, aber sie dauert sehr lange und ist eine harte Zeit.

13 Wirf deine Vorstellungen von Nähe zuerst einmal über den Haufen. Nähe mit einer/em Betroffenen ist unberechenbar. Auf der einen Seite kann das halten einer Hand eine wahnsinne Nähe sein aber Sex überhaupt nichts mit Nähe zu tun haben. Oft ist gerade Nähe mit Menschen die den Betroffen viel bedeuten gar nicht möglich. Das liegt aber nicht an dir, sondern an der Geschichte des/r Betroffenen.

14 Lass dir helfen. Auf Zeit kriegt das niemand alleine auf die Reihe. Aber sprich mit deiner/em Partner/in ab mit wem du darüber redest. Nichts ist schlimmer für sie/ihn als wenn sie/ihn auf der Strasse jemand darauf anspricht ohne dass sie/er davon weiss. Es ist auch keine "Schande" sich als Partner therapeutische Hilfe zu suchen oder mit anderen Partnern in Kontakt zu treten.

15 Eines musst du dir gross übers Bett hängen: "Nicht dein Partner oder du tragen die Schuld, sondern einzig und alleine die Täter/innen".

16 Mach sie vor Anderen nicht schlecht oder bemerke vor Anderen nicht ihre Schwächen. Mäkel nicht dauernd an ihr herum. Auch nicht, wenn ihr alleine seid. Zeige ihr vielmehr die Dinge in ihrem Leben, die sie schon geschafft hat: "Heute Nacht hast du ganz ruhig geschlafen" oder "HE! Du hast ja eingekauft!" wenn es Dinge sind, die sich schon lange nicht mehr geschafft hat. Trotzdem heisst ein kleiner Fortschritt nicht, dass es jetzt steil bergauf geht. Morgen ist ein anderer Tag.

17 Halte ihr/ihm nicht vor auf was du alles für sie verzichtest. "Jetzt hab ich schon 2 Monate nicht mehr mit dir geschlafen". Das setzt sie/ihn unter Druck und macht ihr/ihm Schuldgefühle.

18 Nimm an was du bekommen kannst und sei darüber froh. Oft ist das was du bekommst mehr als das, was sie/er dir geben kann.

19 Grade im sexuellen Bereich kannst du eine Menge Fehler machen. Jemand, der sexuell missbraucht wurde, hat grade im sexuellen Bereich eine Menge Probleme. Setze sie nicht unter Druck sondern achte darauf was sie gerne möchte und was sie zulassen kann ohne "abzuschalten". Nimm Panikattacken nicht persönlich und drängel sie nicht, auch wenn sie grade dann aufhört, wenn es am Schönsten ist. Ein "Du müsstest doch wissen dass ich dir nichts Böses will" nutzt ihr herzlich wenig. Mach dir immer klar: Ihre Angst hat nichts mit dir zu tun, aber du kannst ihr helfen diese Angst abzubauen. Aber es braucht nur sehr wenig um diese Angst bei ihr zu schüren.

Quelle: www.missbrauchshilfe.de.vu


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